Risikobasiertes Testen

Ein Testvorgehen, bei welchem sich das Management, die Auswahl, die Priorisierung und die Anwendung von Testaktivitäten und Ressourcen an entsprechenden Risikotypen und Risikostufen orientieren.

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Beispiel

Ein Team, das an einem Online-Zahlungssystem arbeitet, setzt risikobasiertes Testen ein, um zu entscheiden, worauf es sich konzentriert. Eine Risikoanalyse stuft den Zahlungsautorisierungsablauf als hohes Risiko ein (hohe Wahrscheinlichkeit von Fehlern und schwerwiegende Auswirkungen, falls sie auftreten), während die Download-Funktion für Berichte ein geringes Risiko darstellt. Der Testaufwand wird entsprechend verteilt: Der Zahlungsablauf erhält eine umfangreiche Phase für Testentwurf und -durchführung, einschließlich Grenzwertanalyse und Integrationstests, während die Download-Funktion nur eine leichtere Prüfung erhält. Die Stakeholder werden während des gesamten Projekts über das verbleibende Restrisiko informiert.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich risikobasiertes Testen vom normalen Testen? Es ist ein Ansatz, bei dem der Umfang des Testens durch den Grad der identifizierten Produktrisiken bestimmt wird. Risiken werden bereits in den frühen Projektphasen identifiziert, und ihre Stufen steuern den Testprozess — mehr Risiko, mehr Testen.

Was ist ein Produktrisiko? Ein Produktrisiko ist ein Risiko, dass die Komponente oder das System selbst ihre Ziele nicht erreicht — zum Beispiel fehlerhafte Funktionalität, schlechte Leistung oder Sicherheitsschwachstellen. Risikobasiertes Testen zielt auf diese Produktrisiken ab.

Wer führt die Risikoanalyse durch? Das Testteam, die Entwickler und die Stakeholder gemeinsam. Die Risikoidentifikation profitiert von mehreren Perspektiven, und die resultierenden Risikostufen werden vereinbart und nicht vorgegeben.

Ersetzt risikobasiertes Testen andere Testentwurfsverfahren? Nein. Es bestimmt, WO und WIE VIEL getestet wird; die eigentlichen Testfälle verwenden weiterhin Verfahren wie Äquivalenzklassenbildung, Grenzwertanalyse und intuitive Testfallermittlung.

Welche Rolle spielt das Risiko im Testkonzept? Das Testkonzept dokumentiert die Risiken, die eine Notfallplanung erfordern. Risikobasiertes Testen setzt das um: Das Testkonzept, der Zeitplan und die Austrittskriterien spiegeln alle die identifizierten Risikostufen wider.

Verwandte Begriffe

  • Risiko — die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses
  • Produktrisiko — das Risiko, dass das Produkt seine Ziele nicht erreicht
  • Risikoanalyse — das Identifizieren und Bewerten von Risiken
  • Testkonzept — dokumentiert, wie risikobasiertes Testen angewendet wird
  • Teststrategie — kann risikobasiertes Testen als organisatorischen Ansatz vorschreiben
  • Risikograd — die Kombination aus Wahrscheinlichkeit und Auswirkung, die den Testaufwand steuert